Dunkle Wolken, beste Stimmung: Staffeltag drei lässt sich vom Wetter nicht bremsen
Im Interview spricht Dr. Christiane Schenderlein über Teamgeist, Ehrenamt und die besondere Atmosphäre
Bevor Frau Dr. Christiane Schenderlein selbst als Teil eines Teams auf die Strecke ging, gab die Politikerin das Auftaktsignal für eine der Startwellen. Anschließend nahm die Staatsministerin die Stimmung entlang des Kurses hautnah auf und erlebte die Veranstaltung aus der Perspektive einer Zuschauerin. Wir bekamen die Gelegenheit, mit Frau Dr. Christiane Schenderlein über ihre Eindrücke von der Veranstaltung, die Bedeutung des Teamgedankens sowie die Rolle des Ehrenamts bei Sportveranstaltungen zu sprechen.

Frau Dr. Schenderlein, Sie sind heute nicht nur als Politikerin hier, sondern ganz konkret als Teil eines Teams auf der Strecke – wie fühlt es sich an, heute mal nicht nur über Sport zu sprechen, sondern ihn selbst zu erleben?
Dr. Christiane Schenderlein: Es ist eine fantastische Erfahrung heute Teil einer Staffel zu sein und selbst mitlaufen zu können. Bei allen terminlichen Herausforderungen ist es mir wichtig, im Alltag aktiv zu sein und regelmäßig Sport zu treiben. Im Team macht das natürlich umso mehr Spaß. Deshalb möchte ich heute mein Bestes geben, für mich selbst, aber auch für mein Team. Und da schließt sich dann der Kreis zu meiner Arbeit als Staatsministerin für Sport und Ehrenamt: Mein Job ist es dafür zu sorgen, dass unsere Spitzen-Athletinnen und Athleten ihren Sport möglichst sorgenfrei und international erfolgreich ausüben können. Aber wir wissen auch: Ohne Breite keine Spitze. Daher sind Events wie die heutige TEAM-Staffel enorm wichtig für unsere Sportnation. Heute allerdings möchte ich selbst einfach nur laufen (lacht).
Sie haben in einem Interview gesagt, Sie sehen sich als Scharnier zwischen Sport, Politik und Ehrenamt. Wenn man sich hier die Berliner Wasserbetriebe 5 x 5 km TEAM-Staffel anschaut – viele Menschen, viele Rollen, ein gemeinsames Ziel – wie erleben Sie hier heute dieses Zusammenspiel?
Dr. Christiane Schenderlein: Genauso, wie Sie es gerade beschrieben haben. Jeder und jede von uns bringt einen anderen Blick auf die Dinge mit. Mancher möchte vielleicht Bestleistung laufen, andere einfach nur ankommen. Darüber hinaus wollen viele Menschen bei der Verwirklichung dieser Ziele helfen. Indem sie Getränke reichen, den Weg weisen, oder schon vor Wochen in der Organisation mitgewirkt haben. Es gibt wenige Bereiche in der Gesellschaft, die eine derart enge Verzahnung von verschiedenen Rollen mit sich bringen wie der Sport. Und mit Scharnier meine ich, dass ich das Glück habe, für gleich zwei der dabei relevanten Bereiche verantwortlich zu sein: den Sport selbst, und das Ehrenamt, ohne das kaum eine Sportveranstaltung möglich wäre.

Im Rahmen einer Veranstaltung von Jugend trainiert, haben Sie von der besonderen Stimmung und Energie bei Sportveranstaltungen gesprochen. Wie erleben Sie die Atmosphäre hier bei der Berliner Wasserbetriebe 5 x 5 km TEAM-Staffel?
Dr. Christiane Schenderlein: Es macht mich einfach froh und glücklich, so viele aktive und engagierte Menschen zu sehen. Der besondere Reiz bei dieser Veranstaltung besteht natürlich darin, dass Menschen gemeinsam in einer Staffel laufen, die sich sonst vielleicht nur von der Arbeit als Kollegen kennen. Die vielleicht heute entdecken, dass sie auch außerhalb des Jobs ein paar Gemeinsamkeiten mehr haben. Ich bin mir sicher, dass aus den heutigen Staffeln einige neue Laufgruppen und vielleicht sogar Freundschaften entstehen werden.
In so einer Staffel übernimmt ja jeder automatisch eine Rolle im Team: Sind Sie eher die, die pusht, oder die, die Ruhe reinbringt? Und finden Sie sich in dieser Rolle auch in Ihrem Alltag und in Ihrer Arbeit als Staatsministerin für Sport und Ehrenamt im Bundeskanzleramt wieder?
Dr. Christiane Schenderlein: Das müssten Sie eigentlich eher mein Team fragen (lacht). Im Ernst: Ich glaube, in meiner Position braucht man beide Fähigkeiten. Vom Naturell her würde ich mich eher als ruhig und ausdauernd beschreiben. Gute Arbeit entsteht in Ruhe und mit Konzentration. Andererseits muss ich als Staatsministerin natürlich vorweg gehen. Ich benenne Themen, die ich anpacken möchte, sehr klar. Das Gute allerdings ist: Mein Team ist so motiviert, dass ich es gar nicht so viel pushen muss.

Welche Bedeutung hat das Ehrenamt bzw. der Einsatz von Volunteers aus Ihrer Sicht für den Erfolg von Sportgroßveranstaltungen wie der Berliner Wasserbetriebe 5 x 5 km TEAM-Staffel – und wie kann man dieses Engagement langfristig stärken und sichtbarer machen?
Dr. Christiane Schenderlein: Ehrenamtliche sind ein Motor der Demokratie, ohne sie würde unsere Gesellschaft nicht funktionieren. Das gilt im Sport, aber auch außerhalb. Deshalb haben wir als Bundesregierung gleich im ersten Jahr der Legislaturperiode spürbare Verbesserungen für die Engagierten in unserem Land auf den Weg gebracht. Dabei geht es um einen Dreiklang aus Förderung, Vereinfachung und Wertschätzung.
Erste wichtige Schritte haben wir im Zukunftspakt Ehrenamt bereits umgesetzt: Wir haben die Ehrenamts- und Übungsleiterpauschalen erhöht, Haftungsregelungen verbessert und steuerliche Freigrenzen angehoben. Das schafft finanziell zusätzliche Luft, macht viel Papierkram überflüssig und bringt mehr Freiheit und Flexibilität für die eigentliche Tätigkeit der Freiwilligen. Und weitere Projekte und Schritte beim Zukunftspakt Ehrenamt sind bereits in der Planung.
Mit einer neuen Videokampagne machen wir die große Vielfalt des Ehrenamts in unserem Land sicht- und erlebbar.
Wer zudem konkret wissen will, welche Förderungs-, Vernetzungs-, Beratungs- und Bildungsangebote es für den einzelnen Verein oder die Initiative gibt, kann sich an die Deutsche Stiftung für Engagement und Ehrenamt (DSEE) wenden. Über die Hotline oder per E-Mail ist die DSSE die wichtigste Partnerin bei der Unterstützung von Engagierten.
Volunteers an und auf der Staffelstrecke
Neben den zahlreichen Läufer:innen auf der Strecke waren auch die Volunteers selbst sportlich aktiv. An jedem Veranstaltungstag ging eine eigene Volunteerstaffel an den Start. Insgesamt waren täglich rund 140 Volunteers bei der Berliner Wasserbetriebe 5 x 5 km TEAM-Staffel im Einsatz. Sie sorgten entlang der Strecke und hinter den Kulissen für einen reibungslosen Ablauf der Veranstaltung. An dieser Stelle möchten wir allen Volunteers herzlich für ihre Unterstützung danken. Ihr Engagement macht die Berliner Wasserbetriebe 5 x 5 km TEAM-Staffel Jahr für Jahr möglich.
Selbstverständlich wollen wir auch den schnellsten Teams des Abends gratulieren. Bei den Frauen sicherte sich das Team BMF 2 - Finanzministerium mit einer Zeit von 1:52:16 Stunden den Sieg. Bei den Männern setzte sich Siemens Energy Best Of in 1:30:53 Stunden durch und durfte sich über den ersten Platz freuen.
Doch nicht nur die Siegerteams hatten Grund zum Feiern. Überall auf und neben der Strecke wurde angefeuert, mitgefiebert und gemeinsam gelacht. Die Berliner Wasserbetriebe 5 x 5 km TEAM-Staffel zeigte einmal mehr, dass der Teamgedanke und das gemeinsame Erlebnis weit über die sportlichen Ergebnisse hinausgehen.









