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Hans läuft Halbmarathon

05.04.2018

© SCC EVENTS/Camera4

Hans läuft Halbmarathon Hans läuft Halbmarathon Hans läuft Halbmarathon

Der ehemalige Fußball-Profi Hans Sarpei nimmt am Sonntag den Berliner Halbmarathon unter die Füße. Der Social Media Star und Gewinner der TV-Show „Let´s Dance“ 2015 berichtet auf seiner Facebook-Seite über die letzten beiden Wochen seiner Vorbereitung und spielt auch im Livestream der Veranstaltung (SCC Events/Facebook und Website) eine Rolle.


Hans Adu Sarpei (42), die Frohnatur, der Tausendsassa, der Kult-Kicker der sozialen Netzwerke, hat eine neue sportliche Liebe entdeckt. Das, was er einst als Fußballprofi am meisten gehasst hat, bestimmt nun nicht unwesentlich sein Leben. Der einstige Nationalspieler von Ghana, der für sein Geburtsland zweimal an der Fußball-Weltmeisterschaft teilnahm, und für den VfL Wolfsburg, Bayer Leverkusen sowie Schalke 04 in der Bundesliga insgesamt 190 Partien bestritt, entdeckte das Laufen für sich. Seine Aufregung vor der Premiere am 8. April in Berlin kann er nur schwer verbergen. 

 

 

Ein Interview von Gunnar Meinhardt.

Herr Sarpei, Sie wissen doch hoffentlich, dass Berlin kein gutes Pflaster für Sie ist?

Hans Sarpei: Wieso?

Sie haben in Ihrer Bundesliga-Karriere fünfmal gegen­­­ Hertha BSC gespielt – viermal mit dem VfL Wolfsburg, einmal mit Bayer Leverkusen – und dabei viermal verloren, nur einmal gewonnen. Das Torverhältnis lautet 4:9.

Da haben Sie sich aber Mühe gegeben, um das herauszufinden. Das wusste ich nicht. Na ja, wissen Sie, Hertha hat immer unten in der Tabelle mitgegurkt, das konnte ich nicht mitansehen und ich wollte auch nicht, dass  Hertha absteigt. Berlin ohne Bundesliga-Mannschaft, das geht doch nicht. Ich denke, das verstehen Sie (lacht).

Natürlich. Mitleid mit Hertha, wer versteht das nicht…

Aber… und jetzt kommt`s:  Mein letztes und allerwichtigstes Spiel in Berlin habe ich gewonnen.

Sie meinen das DFB-Pokalfinale 2011 mit Schalke gegen den MSV Duisburg?

Genau – und zwar mit 5:0. Gibt’s noch Fragen?

Es klingt so, als hätten Sie keinerlei Bedenken, auf den Straßen der Spreemetropole Ihren ersten Halbmarathon zu laufen?

Überhaupt nicht. Die vier verlorenen Spiele hatte ich mit Leverkusen, danach habe ich mit Wolfsburg gewonnen und schließlich mit Schalke den Pokal geholt. Sie sehen, ich habe mich immer gesteigert. Deshalb mache ich mir keine Gedanken um mein Laufdebüt. Ich freue mich riesig darauf, obwohl es bestimmt nicht leicht wird.

21,0975 Kilometer wollen erst einmal zurückgelegt werden.

Ja, das stimmt…. Ich wäre froh, wenn ich ankommen würde. Solch eine Strecke durchzulaufen, ist doch etwas Anderes, als 90 Minuten Fußball zu spielen. Zumal ich noch das Pech hatte, dass ich auch von der Grippewelle erfasst worden bin. Ich musste meine Vorbereitung drei Wochen unterbrechen, bin in dieser Zeit nicht einen Schritt gejoggt. Erst seit der zweiten März-Woche habe ich langsam wieder begonnen. Das Laufen macht mir aber Spaß. Ich staune selber, denn das hätte ich nicht gedacht. Nach meiner Fußballkarriere habe ich zu meinen Kumpels gesagt, wenn ich irgendwann mehr als zehn Kilometer laufen sollte, bitte schlagt mich. Und jetzt ist es so weit, ich habe Bock darauf. Es ist eine neue Herausforderung gegen seinen Schweinehund anzugehen.

Wie viele Schläge haben Sie von Ihren Mitspielern schon einstecken müssen?

Gott sei Dank haben sie alle genug mit sich selber zu tun (lacht). Sie spielen ja alle noch in der Bundesliga. Wir wollten uns zwar mal treffen, doch irgendwie konnte ich es immer verhindern (schmunzelt schelmisch).  

Wie kamen Sie auf die Idee, Halbmarathon zu laufen?

Nachdem ich als Fußballprofi aufgehört hatte, habe ich mich kaum noch körperlich betätigt. Irgendwann kam dann der Gedanke: Mensch, Hans, du musst unbedingt etwas tun, das kann nicht so weitergehen. Ich begann dann zu golfen, doch hierzulande ist es ja mindestens sechs Monate im Jahr kalt, wo es keinen Spaß macht, Golfbälle zu schlagen. Dann begann ich mit dem Tennisspielen, was mir Megaspaß machte. Doch das Problem ist, dass du immer einen Partner brauchst. Schließlich überlegte ich mir, was ich unabhängig von anderen Menschen allein machen könnte und kam aufs Laufen. Ich sagte mir: Du fängst locker an und schaust mal, wie es dir gefällt.

Und?

Begonnen habe ich mit zwei Kilometern, dann habe ich den Umfang langsam auf drei, dann vier, fünf, sechs Kilometer gesteigert. In sozialen Medien sah ich auch, dass viele meiner Freunde und Bekannten Marathon liefen, woraufhin ich mir dachte: Warum sollst du das nicht auch können. Zu diesem Zeitpunkt konnte ich mir in meiner Fantasie aber noch nicht wirklich vorstellen, einmal wenigstens 21 Kilometer am Stück zu laufen, geschweige denn die doppelte Distanz. Zwei Stunden laufen – was für ein Wahnsinn! Durch meinen Freund, den ehemaligen Fernsehreporter René Hiepen bekam ich dann den letzten Kick, es mit dem Halbmarathon zu versuchen.

Wann begannen Sie mit dem Laufen?

Im Oktober vorigen Jahres. Als ich mir das erste Mal vornahm, 16 Kilometer zu laufen, merkte ich nach 15 Kilometern, wie kaputt ich war und dachte mir: Was tust Du Dir da bloß an? Ich bin dann den letzten Kilometer trotzdem noch gelaufen, und habe mich danach gefühlt, wie ein kleiner Gott.

Dass Sie überhaupt Zeit zum Trainieren haben? Mittlerweile haben Sie weit über 600.000 Fans auf Facebook. Sie beraten Karstadt Sport zu Internet-Themen, unterstützten die Kinderwagen-Marke iCandy, moderierten die Netflix-Spielshow Ultimative Beastmasters

und sind auf Sport1 mit der Kultsendung „Hans Sarpei – das T steht für Coach“ zu sehen.

Wenn man etwas will, bekommt man das auch irgendwie hin. Oftmals stehe ich deshalb auch schon um sechs Uhr auf, um eine oder zwei Stunden zu laufen. Ich bin eh ein Typ, der gerne früh laufen geht, und nicht erst mittags oder abends.

Wie oft trainieren Sie in der Woche?

Ich laufe dreimal und mache noch ein- oder zweimal leichtes Krafttraining. Ein Lauf ist Minimum 16 Kilometer lang, die anderen beiden bewegen sich zwischen acht und zehn Kilometer.

Haben Sie einen Coach?

Nein, ich trainiere nach eigenem Wohlfühlen. Ich möchte auch keinen Coach haben, weil ich nicht möchte, dass mir jemand vorschreibt, wie viele Kilometer ich wann und wie schnell laufen soll. Dadurch würde ich sicher schnell die Lust verlieren. Ich habe ja genügend Menschen in meinem Bekanntenkreis, wie beispielsweise Rene Hiepen, der selbst Marathon gelaufen ist, mit denen ich mich austauschen, und die ich fragen kann, wenn ich etwas wissen möchte. Oder ich schaue auch mal auf Youtube, was die Läufer dort an Erfahrungen preisgeben. Das reicht mir.  

Was war die längste Strecke, die Sie als Fußballprofi gelaufen sind?

Zu meiner Zeit wurden die Laufdistanzen noch nicht so exakt ermittelt wie heute. Ich denke mal, zwischen elf und zwölf Kilometer kamen während eines Spiels zusammen. Doch das ist natürlich nicht vergleichbar mit einem Langstreckenlauf. Beim Fußball sprintest du, bewegst dich im Dauerlauf, trabst auch mal oder gehst auch nur über den Platz. Das längste, was ich im Training am Stück gelaufen bin, waren zehn Kilometer.

Sind Sie als Spieler gerne gelaufen?

Nein, überhaupt nicht. Ich bin eher ein Schnellkrafttyp, ein Sprintertyp. Lange Distanzen habe ich immer gehasst.

Mit welchen Ambitionen treten Sie in Berlin an?

Ich habe keine zeitliche Zielvorgabe. Mir geht es nur darum,  anzukommen. Ich möchte den Lauf einfach genießen, die Atmosphäre auf mich wirken lassen, um mir nach dem Zieldurchlauf sagen zu können, das hat so viel Spaß gemacht, dass ich weiter dranbleibe.

Heißt Dranbleiben, auch irgendwann einen Marathon zu laufen?

Das würde ich sehr, sehr gerne. Aber noch kann ich es mir nicht vorstellen, drei, vier Stunden ohne Pause durchzulaufen. Doch einmal möchte ich unbedingt diese klassische Distanz schaffen. Ich bin schon ein wenig von diesem Wahnsinn infiziert. Als ich unlängst 16 Kilometer gelaufen bin, und dachte, fuck, ich kann nicht mehr weiter, lief plötzlich ein älterer Herr locker an mir vorbei, und ich dachte mir: Das kann nicht wahr sein. Der Herr trainierte für den Marathon. Daraufhin packte mich wieder der Ehrgeiz, und ich legte noch ein paar Kilometer mehr zurück. Das Erlebnis inspirierte mich nicht nur, sondern machte mich auch demütig.

Am 28. Oktober wird in Accra, der Hauptstadt Ihres Geburtslandes Ghana, ein Marathon veranstaltet. Wäre das nicht ein Ziel für Sie?

Das wusste ich gar nicht. Spontan hätte ich etwas Angst davor, dort zu laufen, weil es so extrem heiß ist. Wenn ich mit der Nationalmannschaft in Ghana gespielt habe, war das immer brutal. In der Halbzeit saßest du auf deinem Platz in der Umkleide, der Schweiß floss in Strömen aus dem Gesicht und unter dir war eine richtige Pfütze. Bei den Spielen bist du kaum mehr als fünf Kilometer gelaufen und trotzdem warst du hinterher fix und fertig. Reizvoll ist es auf jeden Fall, auch irgendwann einmal der alten Heimat einen längeren Lauf zu machen. Warten wir mal ab, wie mir der erste Halbmarathon bekommt, dann entscheide ich, wie es weitergeht.

Kennen Sie Bundesligaprofis, die Marathon gelaufen sind?

Nur Felix Magath. Als er 1997 in Hamburg lief, war er Trainer des HSV. Er wollte er sich und seinen abstiegsbedrohten Spielern beweisen, was man mit einem starken Willen erreichen kann. Seine Energieleistung nutzte ihm allerdings nichts. Drei Wochen nach dem Marathon entließ der Verein Magath. Der HSV hingegen blieb in der Bundesliga.

Werden Sie Ihre Facebook-Fans während Ihres Laufdebüts auf dem Laufenden halten?

Ja, ich möchte meine Anhänger mitnehmen. Ich werde versuchen, viel auf meiner Seite zu posten - von meinen Gefühlen, meiner Stimmung, meinem Befinden. Alle sollen live erleben, wie ich leide, kämpfe und am Ende dann (hoffentlich) glücklich sein werde. Drückt mir bitte alle die Daumen!

 

 


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